Operation Kassiopaia - oder: Die schwedischen Schären durch Kinderaugen. Zu viert ging es vom Råssø nach Saltholmen. Die Crew bestans aus Dirk (Eigner), Line (Eignerstochter) und Momo (Eignerstochterfreundin). Von Råssø ging es zunächst nur einen kleinen Schlag Richtung Süden. An einem schmucklosen aber teuren Pier machten wir fest. Kein Klo, keine Dusche, keine Müllentsorgung - aber eine happige Hafengebühr - yeah!
Dorthin segelte ich mit den Kids alleine, da Dirk mit Britta (Eignersfreundin) das Auto bewegte. Am nächsten Tag fuhr er sie zum Zug. Tschüß Britta! die beiden Mädels und ich holten Dirk in Grebbestadt ab. Das Wetter war nett - der Wind entspannt -so segelten wir auf ein Highlight meines gesamten Törns! Auf die Schäre Störa weit auf dem Wasser. Der ehemalige Lotsenhafen besteht aus circa 4 Häusern, einem kleinen Hotel und einem tollen Ausguck, der früher von den Lotsen genutzt wurde. Der Ausblick war Hammer! Zur Feier wurde gegrillt und der Sonnenuntergang genossen.
Am nächsten Tag war das Wetter doof. Ordentlich Wind. Regen. Wir preschten also wider zurück in die geschützten Schären. Die Kinder hielten tapfer durch. Im geschützen Wasser konnten sie sich endlich nach unten verkriechen - wir motorten währenddessen durch die Schären - denn der Wind kam genau von gegen an und kreuzen macht in den engen Fahrwassern nicht wirklich Sinn. So liefen wir Smögen an. Eine Hochburg des Shrimp-Fangs und der Butiken. Nach einem stattlichen Milchshake für die Crew und prallgefüllte NachiTüten wurde in der Kaffeebude der Tringa gespielt und sich aufgewärmt.
Am nächsten Tag war erst für Nachmittag kein Regen mehr angesagt. Also wurde eingekauft - gefrühstückt und die Butiken erkundet. Es ist wirklich alles dabei: Kunstgalerie, Tünnef, Markenklamotten. Ich habe jetzt einen winddichten super Pulli :) Nachdem es endlich trocken war segelten wir aus Smögen heraus. Der Crew gelüstete es nun nach etwas Ruhe. Deshalb wurde die Parole: ANKERN! ausgegeben. Dort angekommen gab es was leckeres vom Eigner zu essen gekocht und Tobi und Line erkundeten mit dem RuderOpti die nahegelegene Schäre.
Nach einem Frühstück am nächsten Morgen ruderte Dirk die Mädels an Land ich putze das Boot, reparierte eine Winsch und füllte den Tank auf - endlich mal Platz sich auf dem Boot zu bewegen! Irgendwann kamen die Treibguterbeuterinnen zurück an Boot - kurzes Mahl - und es ging weiter Richtung Süden. Unter Spinnaker machten wir nun einen großen schnellen Schlag. Wir heizten nun also mit 5-6 Koten über die Wellen. Am Abend im Zielhafen Marstrand hatte ich das Gefühl immer noch raste alles an mir vorbei! Bin es einfach nicht mehr gewohnt mich schnell zu bewegen! Marstrand ist wie Smögen ein ziemlich hipper Ort. Ein schwedischer König hat sich hier wohl mal im Sommer aufgehalten und so gibt es hier ziemlich viele schicke Häuser und teure Butiquen. Im Sommer ist der Hafen eigentlich pickepacke voll. Aber die Saison ist zu Ende. Seit Montag haben die Schweden keine Ferien mehr. Alle Schären sind leer - keiner liegt mehr vor Anker, die Häfen sind quasi leer. Es ist schon verrückt und so herrlich ruhig!
Wir lagen an Kai D! Nun war es Zeit Göteborg anzulaufen. Aber erst noch Schäre! Wir legten mit Heckanker und Vorleinen direkt an einer an. Wir streiften über die Schäre, Line und ich badeten mit unseren Neoprenanzügen! Recht spät kamen wir deshalb in Saltholmen an. Der Pendlerhafen. Hier kommen viele Inselbewohner mit ihren Botten rein um in Göteborg zu arbeiten. Die Schären hier gehören quasi zum Stadtgebiet. Deshalb gibt es hier auch einen Fährhafen und eine Straßenbahn. So konnte Philipp ankommen!
Denn der Eigner und die Girls fahren zurück nach Deutschland und ich habe mir einen fähigen jungen Mann eingekauft um das Boot in den Heimathafen zurück zu bringen! Dirk holte das Auto aus Grebbestadt am nächsten Tag, Wir vier segelten nach Lerkil. Dort wurde umgeladen, Eis gegessen und Kaffee+Kuchen serviert. Nachdem wir nur noch zu zweit war, machten wir uns bereit um einen weiten Schlag nach Süden zu machen. Um 23:30 erreichten wir Träslövläge. Da lagen wunderbare Segelstunden hinter uns. Ziemlich allein auf dem Wasser, mit Spinaler, super Sonnenuntergang, Mond! Ganz entspannt machten wir in einer Box fest und gönnten uns ein Anlegeweinchen
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