Am Sonntag brachen wir von Ekenäs auf, um hinüber ins 4 Seemeilen entfernte Norwegen überzusetzen. Lisa legte ab und mit wieder mal super Wind ging es rauschend über den KosterSund, durch ein paar Schären und weiter einen Sund hinauf, der linkes Ufer Norwegen und rechts Ufer Schweden zu bieten hatte. So konnten wir uns vernünftig verabschieden und mit Norwegen anfreunden. Das nächste Land auf unserer Törnliste feierten wir dann mit einem Mittagessen vor Anker.  Zu Essen gab es Reste :)  
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Ausblick zum Mittag

Norwegen hat für uns vorallem eine Neuheit parat: Andere Seekarten. Sie sind nicht mehr so farbig wie die Schwedischen, dafür aber deutlich genauer. Zudem verwenden die Norweger noch zusätzliche Seezeichen, das System verstehen wir aber ziemlich fix. Erst geht es mit ziemlich viel Wind durch kleine Schären - Die Brandung sieht jedesmal Spektakulär aus! Dann segeln wir entspannt durch den Hankøsundet. Es ist kein Ankerplatz ausgezeichnet, deshalb wollen wir eigentlich noch etwas weiter, obwohl es schon recht spät ist. Doch an einer Stelle liegen Norgweger vor Anker - wir ergreifen die Chance. Segel bergen und Anker an einer geeigneten Stelle zwischen den Einheimischen fallen lassen. Zum Abend geht Lisa noch kurz baden, danach planen wir unsere letzte gemeinsame Woche und hören dabei Jack Johnson - schöne Musik, die super zu unserem Weißwein (grauer Burgunder) passt!
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Sonnenuntergang vor Anker

Am nächsten morgen werden wir von Sonne geweckt! Wirklich!! Ist das erste Mal. Zur Feier des Tages springen wir beide ins Wasser! Danach wird das Schiff startklar gemacht und dann der Anker gelichtet. Segelnd verlassen wir den Sundet und kreuzen dann mal so richtig - "leider" kam der Wind fast immer von achtern bisher. Zum frühen Nachmittag steuern wir eine hübsche kleine Bucht an. Wir schnappen uns eine Boje und bauen die Kuchenbude (so eine Art Zelt) auf, da es gerade beginnt zu regnen. Vorher hatten wir strahlenden Sonnenschein und reinsten blauen Himmel. Wir kochen uns was nettes und danach lesen wir. Bis auf einmal einen Ruck gibt und das Schiff dreht sich. Komisch denken wir, da stimmt was nicht. Lisa schaltet am schnellsten: "Mach den Motor an, wir treiben ab". Ganz ganz schnell bauen wir die Bude wieder ab, schmeißen alle sonstigen Utensilien ins Innere und entkommen gerade noch so dem Ufer. Was war passiert? Die Festmacherboje, die zuvor von einer Dame vom Ufer für uns freigegeben wurde, hatte ihre Kette verloren. So hingen wir nur noch an dem roten Ball. Also mussten wir umdisponieren. Eine Ankerbucht weiter nördlich wurde auf der Karte ausgemacht und das Großsegel gesetzt. Nach einer kurzen Zeit auf dem Wasser blitzte es mehrmals in der Ferne und eine riesige dunkle Wans zog auf. Also nicht ankern - Hafen. Es wurde Moss. Yachthafen. Die Stadt besteht gefühlt nur aus einem Fährhafen von dem aus Fähren im "sekundentakt" zur anderen Seite des Oslofjords aufbrechen. Nichtsdestotrotz konnten wir hier zum ersten Mal norwegischen Boden betreten und die Landeswährung aus einer Maschine ziehen.