Von Grenaa aus ist geplant die Insel Anholt anzulaufen, wobei es dann am Offshore Windpark „Anholt“ vorbei geht. Genau das richtige für einen Küsteningenieur wie mich! Vorher habe ich bezüglich meiner Ausbildung aber noch etwas anderes auf dem Plan: Ein Vorstellungsgespräch via Skype. Dafür sitze ich dann kurz nach 9 Uhr frisch geduscht und mit Hemd im Cockpit der Tringa. Inständig hoffe ich das die Verbindung klappt - klappt sie auch, aber nur per Audio. Der Upload des Hafeninternets ist einfach zu schwach. Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei und ich steige ins Ölzeug. Denn es geht über das Kattegat. Nachdem wir Großsegel und Genua gesetzt haben gibt es erstmal lecker Frühstück. Lisa war nämlich während meines Termins mit unserem supercoolen Roller beim Bäcker und hat richtige Brötchen mitgebracht. Vor allem richtig lecker! So geht es bei entspannten Wind und Wellengang (ich erinnere mich dabei noch an die Überfahrt nach Laeso vor 3 Jahren übers Kattegat, wo es deutlich schaukeliger war) zum Windpark Anholt. Die Geräte stehen dort im diesigen Horizont und der Park scheint bis zum Horizont und noch weiter zu reichen. Die Seekarte besagt, es wären 111 Stengel. Als wir den OffshoreWindpark südlich passiert haben, steuern wir direkt Anholt an. Nach nur 5 Stunden sind wir schon dort. Der Hafen ist noch ziemlich leer, die Saison beginnt erst langsam und man legt hier mit Heckboje an. Mal was neues. Klappt auch recht gut - bis auf das unsere Heckleine mal wieder zu kurz ist. Irgendwie ist immer mal eine Leine zu kurz. Macht aber nichts. Wir bleiben einfach ruhig (eh das Rezept für alles auf See) und der Nachbar ist so freundlich unser Schiffchen vorne zu sichern bis wir die Achterleine verlängert haben. Ach, zum Thema ruhig bleiben - beim Anschlagen der Genua dachte ich noch: „Mensch, deine Schuhe hättest mal zumachen sollen. Und zack! steht einer von ihnen auf der Ostsee. Ich ärgere mich tierisch und bleibe nicht wirklich ruhig. Anstatt ein lehrbuchmäßiges „Schuh über Boot“-Manöver zu fahren, machen wir kehrt und rauschen beim ersten Mal am Schuh vorbei - beim zweiten Mal bekommen wir ihn, aber wirklich zum stehen sind wir nicht gekommen. Gut das niemand in der Nähe war und das gesehen hat. Na egal - draus lernen und Schuhe vernünftig zubinden! Abends kocht Lisa megageile Wraps. Mit Guacamole und allem pipapo! Zum Nachtisch schauen wir uns noch das große Lagerfeuer am Strand an. Es ist nämlich heute Midsommer und die Dänen feiern das als „St. Hans Day“. Gestört wird es lediglich durch den Regen und das Pärchen, das vor aller Augen verrückte Verrenkungen mit der Zunge macht (es wird natürlich regelmäßig geschaut, ob auch wirklich alles gucken). Dadurch verziehen wir uns wieder auf Tringa und haben Glück: Es fängt nämlich mega an zu schütten. Unsere Behelfsplane hat ihre liebe Mühe (wir waren zu Faul die richte Kaffeebude aufzubauen), sodass wir in den Salon kriechen und uns Heinz Strunk vorlesen.