Mit dem eBullitt von Bergedorf nach Hohnebostel und zurück. Um ein paar Sachen aus dem Winterlager zu holen - vor allem mein Ölzeug! Mein Hab und Gut steht zur Zeit auf einem Hänger in einer Scheune. Glaube man verwendet solch einen für Heu. So stelle ich mir das als Stadtmensch jedenfalls vor. Ein Teil eben dieses Hab&Guts ist mein Ölzeug. Und bevor es dann im Juni aufs Wasser geht muss das natürlich abgeholt werden. Da Autofahren doof ist, will ich mit dem Rad fahren. Da ich dann aber doch noch ein paar Sachen mehr für den Sommer holen möchte, leihe ich mir das elektrisch unterstützte Lastenrad von Dirk. Sonntag morgen um 9 Uhr mache ich mich dann also auf die ca 11 km zur Fähre Zollenspieker, die mich über die Elbe bringt, um dann weiter nach Zinsen / Luhe zu strampeln. Das Wetter war ja schlecht angesagt. Ok - wahr haben will man das nicht. Aus irgendeiner Intuition habe ich mir aber meine warme Mütze eingepackt - und auch sogleich aufgesetzt. Denn ist schweinekalt und sehr windig, sodass ich die Trittunterstützung auf +1 (von 4) stelle. So komme ich total entspannt am Bahnhof an und habe sogar nicht Zeit mir einen Kaffee am Bahnhofskiosk zu holen. Als anerkannter Umweltingenieur natürlich ohne Plastikdeckel. Dumme Idee. Denn um das Gleis Richtung Süden zu erreichen, muss ich das recht schwere und unwürdige Lastenrad durch eine komplizierte Unterführung schieben. Der halbe Kaffee liegt auf der AluBox des Rades... Der Zug bringt mich nach Uelzen. Uelzen hat sich ja diesen hübschen Hundertwasser-Bahnhof geleistet. Wirklich hübsch anzusehen. An der Funktionalität wurde ordentlich gespart. Für mich ärgerlich: Die Fahrstühle sind viel viel zu kurz. Zuvor in Zinsen konnte ich das Rad immerhin schräg (von links unten nach rechts oben) in der Kabine platzieren. Zum Glück fand sich ein Mensch, der mir half das Gerät runter und auch gleich wieder hoch zu schleppen. Dann wieder Zug: Von Uelzen weiter nach Celle. Das Wetter war dann wie vorhergesagt. Regen, Regen, Regen. Also erstmal volle Montur regenabweisende Kleidung angezogen und durch Celle gejuckelt. Über Altencelle, Osterloh und Ottensen dann weiter die 20 km Strecke ins Örtchen Hohnebostel, wo Braunschweig-Freund Lennard her kommt. Bei seinen Eltern darf ich nämlich meine Sachen parken. Voll lieb! Nachdem ich alles zusammengesammelt hatte, gab es noch eine kleine Grillende mit alkoholhaltiger Limonade. Bis mir auffiel, dass es noch ein ganzes Stück wird zurück nach Hamburg. Fix den nächsten Zug rausgesucht. In 70 min Abfahrt ab Celle. Also fix rein in die Regenklamotten (bewähren sich sehr über die gesamte Strecke), und rauf aufs Bullitt Lastenrad. Nach nur 64 Minuten bin ich mit dem bepackten Fahrrad am Celler Bahnhof. Zu verdanken habe ich das wohl der Stufe 4 der elektrischen Unterstützung, die mich auf konstanten 25km/h hielt - trotz kräftigen Böen - natürlich meist von vorn... Der Rückweg wird in Sachen Umsteigen entspannter - selbes Gleis. Nur mein Glaube in die "Radfahrer-Community" wird etwas Erschüttert. Als ich einem ambitionierten Reiseradler seine Packtaschen anreichen will, schaut dieser mich nur entgeistert an und spricht: "Was fässt du meine Sachen an?!" Krass - dachte man hilft sich gegenseitig wo es geht. War wohl nicht erwünscht - Immerhin durfte ich danach einer Dame ihren Rollator die Zugtreppen hochtragen. Yes! Ab Winsen/ Luhe dann wieder per Fahrrad. Den Spurt nach Celle merke ich deutlich in den Beinen. Nur ist der Akku dadurch ordentlich ausgelutscht. Mit dem letzten Balken erreiche ich mein Zuhause und lasse mich aufs Sofa fallen. Nun noch ein paar Dinge von der Schiffs-to-do-Liste abhaken und dann gehts bald los! Ist ja echt nicht mehr lange hin.   Großer Dank an Familie Schütze und an Lennart für die Bunte Tüte <3